Call of Duty: Infinite Warfare im Technik-Test

Call of Duty: Infinite Warfare. Läuft der Shooter zum Launch wieder so bescheiden wie der Vorgänger Black Ops 3? Wie ist es um Grafikqualität, Texturen, Performance und Framerate bestellt? Und was ist mit dem Mehrspielermodus? Und gibt es gravierende Bugs?

Call of Duty: Infinite Warfare

Call of Duty: Infinite Warfare ist da, die ersten Tests wurden veröffentlicht und mittlerweile ist auch die PC-Version spielbar. Zeit für einen Technik-Check. Da wir bislang nur die PS4-Version vor Release ausgiebig testen konnten, verzichten wir vorerst auf eine PC-Wertung; der aktualisierte Test folgt nächste Woche. Allerdings haben wir mittlerweile genug erste Eindrücke von der PC-Technik von Infinite Warfare gesammelt, um ein Vorab-Fazit ziehen zu können. Und das fällt nicht allzu positiv aus.

 

Call of Duty: PC-Performance schwankt

Die PC-Version von Call of Duty: Infinite Warfare offenbart auf unseren beiden Testrechnern (Core i5 4690 mit 3,5 GHz, 8 GB RAM und Geforce GTX 970 sowie Core i7-4790 mit 3,6 GHz, 16 GB RAM und Geforce GTX 980 Ti) gleich mehrere Baustellen. Die zwei größten: Scheinbar zufällig wechselnde Textur-Detailstufen und kleinere Framerate-Einbrüche. Die Performance scheint dabei vor allem in Zusammenarbeit mit Monitoren mit einer Bildwiederholrate von über 60 Hertz zu stocken; als wir von unserem G-Sync-Bildschirm mit 144 Hertz auf einen 60-Hertz-Monitor wechselten, konnten wir ein sehr flüssiges Spielerlebnis mit konstanten 60 Fps in 1080p-Auflösung und Ultra-Details genießen.

 

Auf unserem anderen Testrecher mit 144-Hertz-Display konnten wir bei Call of Duty: Infinite Warfare dagegen merkliche Slowdowns und Framerate-Drops beobachten. Die sorgten unter anderem auch dafür, dass sich das Umsehen mit der Maus hakelig anfühlte - eine mögliche Lösung für dieses Problem ist das Start im "Borderless Fullscreen"-Modus sowie das Herunteregeln der Details und das Deaktivieren von V-Sync. Auch andere Spieler auf Steam berichten von nervigen Rucklern. Das Einstellungsmenü der PC-Version bietet erfreulich viele Stellschrauben, um an optischer Qualität und Performance zu feilen. Zudem lassen sich Effekte wie Tiefenunschärfe, Filmkörnung oder Bewegungsunschärfe abstellen, das Blickfeld (Field of View, FoV) lässt sich anpassen.

 

Infinite Warfare Technik-Test am PC: Matschige Texturen

Gut soweit! Ein richtiges Kuriosum und echtes Ärgernis ist bei Call of Duty: Infinite Warfare jedoch die Texturqualität der PC-Fassung. Die schwankt zumindest auf unseren Testrechnern immer wieder stark - ohne erkennbare Ursache. Obwohl wir die höchsten Einstellungen verwendet haben, finden sich immer wieder grottenhässliche Pixeltapeten und grässlich verwaschene Oberflächen im Ego-Shooter. Manchmal hilft ein Neustart des Spiels, damit die echten (ordentlich detaillierten) Texturen aufpoppen - manchmal werden sie während des Spiels nachgeladen (Texturen-Pop-in).

 

Eine Ursache für diese Anomalie von Infinite Warfare, die ihr in unserem PC-Technik-Video gut beobachten könnt, haben wir noch nicht gefunden. Liegt es möglicherweise an dem Shader-Preload beim ersten Spielstart? Denn Infinity Ward mutet PC-Spielern eine unter Umständen minutelange Wartezeit zu, während das Spiel die Shader lädt - die kann man abbrechen, wenn man will. Wir haben die Shader jedoch brav laden lassen und hatten trotzdem seltsame Texturfehler. Tipp: Das Deaktivieren der Optionen "Cache Spot Shadows" und "Cache Sun Shadows" scheint etwas zu helfen.

 

Die Bugs sind umso ärgerlicher, da die PC-Fassung ansonsten trotz alter Engine immer noch solide aussieht. Besonders die Lichteffekte wissen teils zu gefallen und die Masse an Raumschiffen, die während einer Sequenz am Start des Spiels gleichzeitig auf dem Bildschirm zu sehen ist, schindet mächtig Eindruck. Auch sind die Gesichter der wichtigen Story-Charaktere sehr lebensecht animiert und die Action setzt wie gewohnt auf schicke Skriptsequenzen mit hohem Unterhaltungsfaktor.

 

Der Mehrspielermodus lief am PC bei unseren Testpartien anstandslos, es gibt aber wie gehabt keinen Serverbrowser. Ihr müsst euch also auf das Matchmaking verlassen, um Mitspieler für Partien zu finden - negative Steam Reviews, die von langen Wartezeiten und schlechtem Balancing sprechen, können wir bislang nicht nachvollziehen.

 

Call of Duty: Infinite Warfare - Unser Vorabfazit zur PC-Technik

Wer gerade überlegt, ob er sich Call of Duty: Infinite Warfare bereits zum Release kaufen sollte, dem möchten wir ein Wort der Warnung mit auf den Weg geben: Es dürfte schlauer sein, mit dem Kauf zu warten, bis Entwickler Infinity Ward erste Patches für die PC-Version veröffentlicht. Gerade der Texturen-Bug und die teils schwankende Performance beeinflussen das Spielerlebnis negativ, auch wenn sie allem Anschein nach bei weitem nicht auf allen Rechnern gleich häufig auftreten.

 

In den nächsten Tagen werden wir uns noch eingehender mit der PC-Version von Call of Duty: Infinite Warfare befassen und in Zusammenarbeit mit unserer Schwesterseite PC Games Hardware Benchmarks und Performance-Analysen erstellen. Auch werden wir ein Auge auf mögliche Bugfixes haben und euch über eventuelle Lösungen für die bekannten Probleme hier auf der Webseite informieren. Was der neueste Ego-Shooter von Infinity Ward spielerisch auf dem Kasten hat, lest ihr im PS4-Test.

 

Call of Duty: Infinite Warfare ist seit dem 4. November 2016 bei Steam erhältlich - zum happigen Preis von knapp 60 Euro. Wer zudem noch das Bonusspiel Call of Duty: Modern Warfare Remastered haben möchte, muss ganze 80 Euro für die sogenannte Legacy Edition ausgeben. Pech hat übrigens, wer den Ego-Shooter über Microsofts Windows-10-Store kauft - der Multiplayer-Modus schließt euch in diesem Fall vom Matchmaking mit der weitaus größeren Steam-Community aus.

 

Quelle: pcgames.de

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